1909

Als die S 6 und P 8 Dampflokomotiven keine geeignete Lösung für Expressdienste bieten konnten, insbesondere auf Strecken mit höheren Steigungen, forderte die Eisenbahnverwaltung, insbesondere in Kassel, Elberfeld, Frankfurt und Erfurt, mit zunehmender Dringlichkeit eine neue Expresslokomotive mit sechs Treibrädern.

Ursprünglich beabsichtigte Robert Garbe, der Leiter der preußischen Abteilung für Lokomotivbeschaffung, die P 8-Konstruktion mit größeren Treibrädern (1'980 mm im Vergleich zu den ursprünglichen 1'750 mm) sowie einem größeren Kessel und Heizfläche aufzurüsten. Auf der anderen Seite zeigten überhitzte Dampfkessel-Lokomotiven, die zu dieser Zeit von anderen Eisenbahnunternehmen in Dienst gestellt wurden, herausragende Ergebnisse.

Schließlich wurde ein Kompromiss auf eine 4-6-0 überhitzte Dampflokomotive mit vier Zylindern ohne Verbundwirkung vereinbart.

Die Berliner Maschinenbau-Gesellschaft (BMAG) erhielt 1909 einen Auftrag zum Bau von 2x Testeinheiten.
 

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1910

Im Frühjahr 1910 lieferte die Berliner Maschinenbaugesellschaft (BMAG) die 2x Prototypen, die zunächst als Betriebsnummern S 8 801 und 802 dem Erfurter Bezirk zugewiesen wurden.

Die Ähnlichkeiten zur P 8-Baureihe waren unübersehbar. Um angeblich einen besseren Zugang zu den Komponenten des Fahrwerks zu ermöglichen, blieb der Rahmen der teilweise genieteten und teilweise geschraubten Fertigbauweise treu. Der Kessel des P 8-Designs wurde mit einem größeren Feuerkasten und einem größeren äußeren Feuerkasten sowie einem längeren Kessel verwendet. Dadurch konnte die verdampfende Heizfläche von 143 auf 154,3 Quadratmeter erhöht werden. Auch die P 8 trug die große Kabine bei, und man könnte fast der Meinung sein, dass auch die Trittbretter hier ihren Ursprung hatten.

Die "niedrige" Bauweise dieses Designs erforderte Radkästen über den ersten Triebachsen.
 

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1910

April 23

Bald nach der Lieferung wurde die Straßennummer S 8 Erfurt 802 am 23. April 1910 auf der Brüsseler Weltausstellung den erstaunten Experten präsentiert. Dennoch führte diese preußische „Sparvariante“ vermutlich letztendlich ein eher schattiges Dasein unter den ausgestellten Lokomotiven, da seit drei Jahren in Europa bereits Pacific-Schnellzuglokomotiven mit Compound-Antrieb (4-6-2) im Einsatz waren. Die Stars der Ausstellung waren eher die bayerische S 3/6 und drei Pacific-Lokomotiven der französischen Eisenbahnen.

Noch bevor die Ausstellung am 7. Dezember endete, kehrte die Straßennummer 802 zu ihrer Basis in Gefilde zurück und absolvierte umfassende Testfahrten. In der Zwischenzeit war auch die Straßennummer 801 unter normalen Betriebsbedingungen getestet worden.
 

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1911

Insgesamt entsprachen diese beiden Prototypen nicht den Erwartungen, wobei die unzureichende Kesselleistung sowie der äußerst schwierige Zugang zu den internen Fahrwerken negativ zu den Ergebnissen beitrugen.

Nach geringfügigen Verbesserungen werden die ersten 10x S 10 Einheiten der ersten Serienproduktion 1911 von der Berliner Maschinenbau-Gesellschaft (BMAG) geliefert.
 

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Letztes Update am 29th von May 2021 um 10:33

Mitwirkende: Tudor C.

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