Bis Anfang der 1990er Jahre hatten die vier SBB Re
4/4IV Prototypen ihre experimentelle Rolle
als Testplattformen für leistungselektronische Antriebe
abgeschlossen. Die Instandhaltungskosten für die kleine Baureihe
waren prohibitiv geworden, was die Schweizerischen Bundesbahnen
(SBB CFF FFS) dazu veranlasste, einen
Käufer zu suchen.
1994 wurde eine Vereinbarung mit der Schweizerischen Südostbahn (SOB) – einem privat geführten
Regionalbetreiber in der Ostschweiz – über einen Lokomotiventausch
getroffen: Die SBB übertrug die vier Re
4/4IV Prototypen an die SOB und erhielt im Gegenzug vier
Re 4/4III Lokomotiven.
Der Austausch erfolgte in Etappen:
• 10102 und 10103 wurden am 14. Dezember 1994 übergeben,
• 10104 folgte am 13. April 1995,
• 10101 schloss den Transfer am 23. Oktober 1996 ab.
Zum Zeitpunkt des Austauschs hatten die Lokomotiven jeweils
zwischen 1,5 und 2,1 Millionen Kilometer im SBB Dienst zurückgelegt.
Nach gründlichen Überholungen in den SOB Werkstätten wurden sie in Re 446
445 - 448 umnummeriert.
Ursprünglich behielten alle vier Lokomotiven ihre rote
SBB Lackierung, die mit einer weißen
„SÜDOSTBAHN“-Inschrift und einem dünnen gelben Taillenstreifen
modifiziert wurde. Ihre neuen Besitzer erkannten schnell, dass die
vielseitigen, leistungsstarken Prototypen ideal für sowohl
interregionale Personenbeförderung als auch leichte Güterdienste im
gebirgigen Netz der SOB waren.
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By the early 1990s, the four SBB Re
4/4IV prototypes had completed their
experimental role as test platforms for power-electronic traction.
Maintenance costs for the small class had become prohibitive,
prompting the Swiss Federal Railways
(SBB CFF FFS) to seek a buyer.
In 1994, an agreement was reached with the Schweizerische Südostbahn (SOB)—a privately owned regional operator in
eastern Switzerland—for a locomotive exchange: the SBB transferred the four
Re
4/4IV prototypes to the SOB, receiving in return four
Re 4/4III locomotives.
The exchange took place in stages:
• 10102 and 10103 were handed over on 14 December 1994,
• 10104 followed on 13 April 1995,
• 10101 completed the transfer on 23 October 1996.
At the time of the exchange, the locomotives had each covered
between 1.5 and 2.1 million kilometres in SBB service.
After thorough overhauls at SOB workshops, they were renumbered
Re 446 445 - 448.
Initially, all four locomotives retained their red SBB paintwork, modified with a white
“SÜDOSTBAHN” inscription and a thin yellow waistline stripe. Their
new owners quickly realized that the versatile, high-performance
prototypes were ideal for both interregional passenger work and
light freight duties across the SOB’s mountainous network.
Ab 1995 wurde die Re 446-Flotte zum Rückgrat des
Voralpen-Express (VAE), einem InterRegio-Dienst, der Luzern am
Vierwaldstättersee mit Romanshorn am Bodensee verbindet. Die
Strecke führte durch die malerische Voralpenregion über
Arth-Goldau, das Rothenthurm-Plateau, Biberbrugg, Pfäffikon SZ,
Rapperswil, Wattwil, Herisau und St. Gallen – eine anspruchsvolle
Linie mit zahlreichen Steigungen, Kurven und Tunneln, die sowohl
die Zugkraft als auch die Haftung auf die Probe stellte.
Die Re 446-Lokomotiven zogen zunächst
EW IV Intercity-Wagen, die ab 1999
durch Revvivo-überholte Fahrzeuge ersetzt wurden. Diese Zugverbände
wurden schrittweise in eine Schiebezugformation umgebaut, mit
speziell ausgestatteten IIId-System-Führungswagen, die mit der
Multiplexsteuerung der Re 446 kompatibel
waren.
Während ihres Einsatzes zeigten die Lokomotiven hervorragende
Beschleunigung, ruhigen Lauf und Zuverlässigkeit sowohl im
Personen- als auch im gelegentlichen Güterverkehr.
Über den Voralpen-Express hinaus betrieben die Re
446-Einheiten gelegentlich andere SOB Züge, wie den bekannten „Gipfeli-Express“
Pendelverkehr von Einsiedeln nach Zürich Altstetten. Sie waren auch
für Post- und lokale Güterzüge zwischen Einsiedeln, Samstagern und
Pfäffikon SZ im Einsatz, typischerweise ein bis zwei Rundfahrten
pro Woche.
Eine Reserveeinheit wurde im Depot Samstagern vorgehalten und oft
für Abend-Postzüge im SBB Netz verwendet.
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From 1995 onward, the Re 446 fleet became the
backbone of the Voralpen-Express (VAE), an InterRegio service
connecting Lucerne on Lake Lucerne with Romanshorn on Lake
Constance. The route crossed the scenic pre-Alpine region via
Arth-Goldau, the Rothenthurm Plateau, Biberbrugg, Pfäffikon SZ,
Rapperswil, Wattwil, Herisau, and St. Gallen—a demanding line with
numerous gradients, curves, and tunnels that tested both traction
power and adhesion.
The Re 446 locomotives initially hauled
EW IV intercity coaches, later
replaced by Revvivo-refurbished stock from 1999 onward. These
trainsets were gradually converted to push-pull formation, with
specially equipped IIId-system driving trailers compatible with the
Re 446’s multiple-control electronics.
Throughout their service, the locomotives demonstrated excellent
acceleration, smooth running, and reliability on both passenger and
occasional freight duties.
Beyond the Voralpen-Express, the Re 446 units
occasionally powered other SOB trains, such as the well-known
“Gipfeli-Express” commuter service from Einsiedeln to Zürich
Altstetten. They also worked postal and local freight trains
between Einsiedeln, Samstagern, and Pfäffikon SZ, typically one to
two round trips per week.
A reserve unit was kept at Samstagern depot, often used for evening
postal trains on the SBB network.