1949 - 1950: Von den Gotthard-Anforderungen zur SNCF CC 6051
Die SBB Ae 6/6 wurde zu
Beginn der 1950er Jahre entwickelt, um den schnell wachsenden
Anforderungen des Personen- und Güterverkehrs über den Gotthard
gerecht zu werden. Mit sechs angetriebenen Achsen, einer
Stundenleistung von etwa 4'300 kW und einer Höchstgeschwindigkeit
von 125 km/h wurde sie zur typischen Schweizer Gotthard-Lokomotive
der Nachkriegszeit.
Die Geschichte der Ae 6/6 beginnt jedoch nicht in
der Schweiz, sondern mit einer experimentellen Lokomotive, die für
die französische SNCF gebaut wurde: der CC
6051.
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die Schweiz ein starkes
Wirtschaftswachstum, und der Schienenverkehr nahm entsprechend zu.
Dies war insbesondere auf der Gotthard-Route spürbar, wo immer
schwerere Personen- und Güterzüge Steigungen von bis zu 26‰
bewältigen mussten.
Der bestehende SBB Lokomotivpark umfasste Typen wie
die Ae 4/6, Ae 4/7 und die
Ce 6/8II /
Ce 6/8III "Krokodile". Obwohl
diese Lokomotiven nützlich blieben, benötigten schwere Züge häufig
zusätzliche Lokomotiven im Gebirgsabschnitt. Das An- und Abkuppeln
von Schiebelokomotiven verlängerte die Reisezeiten, erforderte
zusätzliches Personal und verringerte die Gesamteffizienz des
Gotthard-Betriebs.
Die SBB suchte daher eine leistungsstarke
Universallokomotive, die sowohl Schnellzüge als auch schwere
Güterzüge bedienen konnte. Eine der Hauptanforderungen war die
Fähigkeit, etwa 600 Tonnen über die 26‰ Gotthard-Steigungen mit 75
km/h zu ziehen. Geringe Wartungsanforderungen, wirtschaftlicher
Energieverbrauch und die Reduzierung kostspieliger
Schiebelokomotiv-Einsätze waren ebenfalls wichtige Ziele.
Ende 1949 beauftragte die SBB die Schweizer Industrie mit dem
Bau von zwei Prototypen dieser neuen Lokomotivgeneration. Die
Schweizerische Lokomotiv- und
Maschinenfabrik (SLM) und Brown, Boveri & Compagnie (BBC)
bildeten das ursprüngliche Konsortium, wobei Oerlikon Maschinenfabrik (MFO) später
in das Projekt einbezogen wurde.
Fast zur gleichen Zeit entwickelte die Schweizer Industrie eine
weitere experimentelle Co’Co’-Lokomotive, die direkten Einfluss auf
die Ae 6/6 haben sollte.
Die SNCF CC 6051
wurde in der Schweiz von SLM für den mechanischen Teil und
MFO für die elektrische Ausrüstung
gebaut. Sie wurde 1950 geliefert und war eine von mehreren
experimentellen Lokomotiven, die für Versuche mit der
Industriefrequenz-Einphasen-Wechselstromelektrifizierung auf der
Linie Aix-les-Bains - La Roche-sur-Foron in Savoyen gedacht waren.
Die Linie verwendete zunächst 20 kV 50 Hz, später wurde sie auf 25
kV erhöht.
Die CC
6051 war mit zwei drei-achsigen Drehgestellen
ausgestattet, was ihr die Co’Co’-Anordnung verlieh, die auch für
die Ae 6/6 übernommen wurde. Ihr mechanisches
Design diente als Grundlage für die Entwicklung der neuen
SBB Lokomotive. Die französische
Lokomotive war daher ein wichtiger direkter Vorläufer der
Ae 6/6, auch wenn ihre elektrische Ausrüstung
notwendigerweise sehr unterschiedlich war: Das SBB-Netz verwendete
15 kV 16⅔ Hz Wechselstrom, während die CC 6051 für
die französischen 50 Hz Elektrifizierungsexperimente geschaffen
worden war.
Die CC
6051 wurde später umnummeriert in CC 20001.
Ihr erfolgreicher Betrieb trug auch zur Entwicklung der
SNCF CC 25000
Serie bei, aber für die SBB lag ihre Bedeutung vor allem
darin, die Eignung der beiden drei-achsigen Drehgestelle zu
demonstrieren, die die mechanische Basis der Ae
6/6 bilden sollten.
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The SBB Ae 6/6 was
developed at the beginning of the 1950s to meet the rapidly growing
demands of passenger and freight traffic over the Gotthard. With
six powered axles, an hourly output of around 4'300 kW and a
maximum speed of 125 km/h, it became the quintessential Swiss
Gotthard locomotive of the post-war period.
The story of the Ae 6/6, however, begins not in
Switzerland but with an experimental locomotive built for the
French SNCF: the CC 6051.
Following the Second World War, Switzerland experienced strong
economic growth and railway traffic increased accordingly. This was
particularly noticeable on the Gotthard route, where increasingly
heavy passenger and freight trains had to negotiate gradients of up
to 26‰.
The existing SBB locomotive fleet included types
such as the Ae 4/6, Ae 4/7 and the
Ce 6/8II /
Ce 6/8III "Crocodiles". Although
these locomotives remained useful, heavy trains frequently required
additional locomotives over the mountain section. Attaching and
removing pilot or banking locomotives increased journey times,
required additional personnel and reduced the overall efficiency of
Gotthard operations.
The SBB therefore sought a powerful
universal locomotive capable of working both express passenger and
heavy freight trains. One of the principal requirements was the
ability to haul approximately 600 tonnes over the 26‰ Gotthard
gradients at 75 km/h. Low maintenance requirements, economical
energy consumption and the reduction of costly pilot-locomotive
operations were also important objectives.
At the end of 1949, the SBB commissioned Swiss industry to
build two prototypes of this new generation of locomotive. The
Swiss Locomotive and Machine Works
(SLM) and Brown, Boveri & Compagnie (BBC)
formed the original consortium, with Oerlikon Machine Factory (MFO)
subsequently becoming involved in the project.
At almost exactly the same time, Swiss industry was developing
another experimental Co’Co’ locomotive that would have a direct
influence on the Ae 6/6.
The SNCF CC 6051 was
built in Switzerland by SLM for the mechanical part and
MFO for the electrical equipment.
Delivered in 1950, it was one of several experimental locomotives
intended for trials with industrial-frequency single-phase AC
electrification on the Aix-les-Bains - La Roche-sur-Foron line in
Savoy. The line initially used 20 kV 50 Hz, subsequently increased
to 25 kV.
The CC
6051 was equipped with two three-axle bogies, giving
it the Co’Co’ arrangement that would also be adopted for the
Ae 6/6. Its mechanical design served as a basis
for the development of the new SBB locomotive. The French locomotive
was therefore an important direct precursor to the Ae
6/6, even though their electrical equipment was
necessarily very different: the SBB network used 15 kV 16⅔ Hz AC,
whereas the CC 6051 had been created for the French 50 Hz
electrification experiments.
The CC
6051 was later renumbered CC 20001.
Its successful operation also contributed to the development of the
SNCF CC 25000
series, but for the SBB its importance lay above all in
demonstrating the suitability of the two three-axle bogie
arrangement that would form the mechanical basis of the Ae
6/6.
/
Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/SBB_Ae_6/6
1952 - 1954: Ae 6/6 Prototypen 11401 und 11402
Die Entwicklung der Schweizer Lokomotive erwies sich als
anspruchsvoll. Der erste Prototyp, Ae 6/6 11401,
verließ schließlich am 4. September 1952 in fahrbereitem Zustand
die BBC in Münchenstein. Während einer
frühen Testfahrt nach Zürich wog er etwa 124 Tonnen, vier Tonnen
über dem geplanten Maximum von 120 Tonnen, und kehrte zur weiteren
Entwicklung nach Münchenstein zurück.
Die Lokomotive wurde am 26. September 1952 offiziell von der
SBB akzeptiert. Der zweite Prototyp,
Ae 6/6 11402, folgte am 31. Januar 1953.
Die beiden Lokomotiven erhielten die Namen:
Ae 6/6
11401: "Ticino";
Ae 6/6
11402: "Uri".
Ihre Namen waren hochsymbolisch. Ticino und
Uri liegen jeweils an der südlichen und nördlichen
Seite des Gotthards und waren daher eng mit der Eisenbahn
verbunden, für die die neuen Lokomotiven hauptsächlich entwickelt
worden waren.
Die Ae 6/6 verwendete zwei dreiachsige
Drehgestelle, bei denen alle sechs Achsen angetrieben wurden. Ihre
Stundenleistung von etwa 6'000 PS ermöglichte es, rund 650 Tonnen
mit 75 km/h auf den Gotthard-Rampen zu ziehen, während Züge von
etwa 1'600 Tonnen auf den flacheren Abschnitten bewältigt werden
konnten.
Umfangreiche Versuche wurden mit den beiden Prototypen,
insbesondere am Gotthard, durchgeführt. Obwohl ihre Grundleistung
die Anforderungen der SBB erfüllte, zeigten die Tests auch
wichtige Schwächen auf.
Die ursprünglichen Drehgestelle hatten relativ starr geführte
Radsätze, was beim Durchfahren von Kurven zu erheblichen Kräften
führte und folglich zu hohem Verschleiß sowohl an den Radflanschen
als auch an den Schienen. Dies war besonders problematisch auf
einer Gebirgsbahn mit zahlreichen Kurven wie dem Gotthard.
Die Erfahrungen, die mit 11401 und
11402 gesammelt wurden, führten zu mehreren
Modifikationen vor der Serienproduktion. Dazu gehörten Änderungen
an den Radsätzen und Radflanschen, die darauf abzielten, das
Kurvenverhalten zu verbessern und den Verschleiß zu reduzieren.
Die Versuche zeigten dennoch, dass das grundlegende Konzept
erfolgreich war. 1954 bestellte die SBB die ersten zwölf
Produktionslokomotiven mit den Nummern Ae 6/6 11403 -
11414.
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Development of the Swiss locomotive proved demanding. The first
prototype, Ae 6/6 11401, finally left the
BBC works at Münchenstein in running
condition on 4 September 1952. During an early test run to Zürich
it was weighed at approximately 124 tonnes, four tonnes above the
planned 120-tonne maximum, and returned to Münchenstein for further
development.
The locomotive was officially accepted by the SBB on 26 September 1952. The second
prototype, Ae 6/6 11402, followed on 31 January
1953.
The two locomotives received the names:
Ae 6/6
11401: "Ticino";
Ae 6/6
11402: "Uri".
Their names were highly symbolic. Ticino and
Uri lie respectively on the southern and northern
sides of the Gotthard and were therefore intimately associated with
the railway for which the new locomotives had primarily been
developed.
The Ae 6/6 used two three-axle bogies with all six
axles powered. Its hourly output of approximately 6'000 hp allowed
it to haul around 650 tonnes at 75 km/h on the Gotthard ramps,
while trains of approximately 1'600 tonnes could be handled on the
flatter sections.
Extensive trials were conducted with the two prototypes,
particularly on the Gotthard. Although their basic performance
fulfilled the SBB’s requirements, testing also
revealed important weaknesses.
The original bogies had relatively rigidly guided wheelsets,
resulting in considerable forces when negotiating curves and
consequently high wear on both wheel flanges and rails. This was
particularly problematic on a mountain railway with numerous curves
such as the Gotthard.
The experience gained from 11401 and
11402 led to several modifications before series
production. These included changes to the wheelsets and wheel
flanges intended to improve curve negotiation and reduce wear.
The trials nevertheless demonstrated that the fundamental concept
was successful. In 1954, the SBB ordered the first twelve
production locomotives, numbered Ae 6/6 11403 -
11414.
1955 - späte 1960er Jahre: Serienproduktion und der Aufstieg der Gotthard-Lokomotive
Die Serienproduktion begann mit der Lieferung der ersten
Produktionslokomotiven im Jahr 1955.
Insgesamt folgten 118 Produktionslokomotiven, Ae 6/6 11403
- 11520, auf die beiden Prototypen. Als die letzte
Lokomotive 1966 in Betrieb ging, umfasste die gesamte Ae
6/6-Flotte 120 Lokomotiven. Jede Produktionslokomotive
stellte eine Investition von etwa CHF 1'625'000 dar.
Die Erfahrungen mit den kontinuierlich gelieferten Lokomotiven
führten zu weiteren Detailverbesserungen während der Produktion.
Das Grundkonzept blieb jedoch unverändert und entwickelte sich zu
einer äußerst erfolgreichen Universallokomotive, die sowohl für den
Personen- als auch für den Güterverkehr geeignet war.
Die Ae 6/6 führte auch eine der erkennbarsten
visuellen Traditionen der Nachkriegs-SBB ein. Die ersten 25
Lokomotiven, 11401 - 11425, wurden mit den
Schweizer Kantonen assoziiert und wurden als
“Kantonslokomotiven” bekannt. Sie trugen kantonale
Wappen an den Seiten und zeichneten sich durch aufwendige polierte
Chromstahl-Dekorstreifen aus. Zusammen mit dem grünen Gehäuse, den
Schweizerkreuzen an den Fronten und großen Wappen verliehen diese
Dekorationen der Ae 6/6 ein Erscheinungsbild, das
erheblich prestigeträchtiger war als das einer herkömmlichen
Dienstlokomotive. Die Benennung und Präsentation der Lokomotiven
erregte erhebliches öffentliches Interesse und half, die Ae
6/6 zu einem Symbol der SBB und der Gotthardbahn zu
machen.
Beginnend mit 11426 wurden die teuren
Chrom-Seitendekorationen weggelassen. Die Lokomotiven 11426
- 11520 erhielten stattdessen die Wappen und Namen von
Schweizer Städten und Gemeinden und wurden folglich als
“Städtelokomotiven” bekannt. Es gab später eine
wichtige Ausnahme von der ursprünglichen Unterscheidung zwischen
Kantons- und Stadtlokomotiven. Nach der Gründung des Kantons Jura
wurde eine der Stadtlokomotiven 1979 umbenannt, damit der neue
Kanton ebenfalls durch eine Ae 6/6 vertreten sein
konnte.
In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre und während der gesamten
1960er Jahre wurde die Ae 6/6 zur
Gotthardlokomotive par excellence. Die Baureihe war wirklich
universell. Ae 6/6-Lokomotiven konnten an der
Spitze wichtiger Personenzüge sowie schwerer Güterzüge gefunden
werden, was eine viel bessere Nutzung einer einzelnen Lokomotive
ermöglichte als bei früheren Generationen. Ihre etwa 4'300 kW
Leistung und sechs angetriebenen Achsen waren besonders wertvoll an
den 26‰ Gotthard-Rampen. Die Fähigkeit, etwa 600–650 Tonnen mit
etwa 75 km/h bergauf zu ziehen, ermöglichte es vielen Zügen, ohne
die zuvor erforderliche zusätzliche Lokomotive zu fahren.
Die Baureihe war nicht ausschließlich auf den Gotthard beschränkt.
Ae 6/6-Lokomotiven erschienen auch auf der
Simplon-Route, während sich ihr Einsatzbereich allmählich anderswo
im SBB-Netz ausdehnte. Ab etwa 1960
reichten die Diagramme bis nach Bern und Basel. Einige Lokomotiven
wurden auch der Westschweiz zugewiesen. Die späteren Maschinen
11451 - 11520 wurden zunächst in Bellinzona
stationiert, während zwischen 1964 und 1969 dreizehn Lokomotiven
von dort nach Lausanne transferiert wurden.
Die beiden Prototypen hatten eine etwas andere Karriere. Aufgrund
ihrer technischen Unterschiede und höheren Wartungsanforderungen
wurden 11401 und 11402 in den
späten 1960er Jahren früher als die Produktionslokomotiven von den
regulären Gotthard-Diensten abgezogen.
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Series production began with the delivery of the first production
locomotives in 1955.
A total of 118 production locomotives, Ae 6/6 11403 -
11520, followed the two prototypes. When the final
locomotive entered service in 1966, the complete Ae
6/6 fleet comprised 120 locomotives. Each production
locomotive represented an investment of approximately CHF
1'625'000.
Experience with the locomotives being delivered continuously
resulted in further detail improvements throughout production. The
basic concept, however, remained unchanged and developed into an
extremely successful universal locomotive suitable for both
passenger and freight traffic.
The Ae 6/6 also introduced one of the most
recognisable visual traditions of the post-war SBB. The first 25
locomotives, 11401 - 11425, were associated with
the Swiss cantons and became known as the
“Kantonslokomotiven” or canton locomotives. They
carried cantonal coats of arms on their sides and were
distinguished by elaborate polished chrome-steel decorative strips.
Together with the green body, Swiss crosses on the fronts and large
coats of arms, these decorations gave the Ae 6/6
an appearance considerably more prestigious than that of a
conventional utility locomotive. The naming and presentation of the
locomotives generated considerable public interest and helped
transform the Ae 6/6 into a symbol of the
SBB and the Gotthard railway.
Beginning with 11426, the expensive chrome side
decorations were omitted. Locomotives 11426 -
11520 instead received the coats of arms and names of
Swiss towns and municipalities and consequently became known as
“Städtelokomotiven”, or city locomotives. There
was later one important exception to the original division between
canton and city locomotives. Following the creation of the Canton
of Jura, one of the city locomotives was renamed in 1979 so that
the new canton could also be represented by an Ae
6/6.
During the second half of the 1950s and throughout the 1960s, the
Ae 6/6 became the Gotthard locomotive par
excellence. The class was genuinely universal. Ae
6/6 locomotives could be found at the head of important
passenger trains as well as heavy freight trains, making much
better use of a single locomotive than had been possible with
previous generations. Their approximately 4'300 kW output and six
powered axles were particularly valuable on the 26‰ Gotthard ramps.
The ability to haul around 600–650 tonnes uphill at approximately
75 km/h allowed many trains to run without the additional
locomotive previously required.
The class was not confined exclusively to the Gotthard. Ae
6/6 locomotives also appeared on the Simplon route, while
their operating range gradually expanded elsewhere on the
SBB network. From around 1960,
diagrams extended as far as Bern and Basel. Some locomotives were
also allocated to western Switzerland. The later machines
11451 - 11520 were initially assigned to
Bellinzona, while thirteen locomotives were transferred from there
to Lausanne between 1964 and 1969.
The two prototypes had a somewhat different career. Because of
their technical differences and higher maintenance requirements,
11401 and 11402 were withdrawn
from regular Gotthard duties earlier than the production
locomotives, during the late 1960s.
1970er - 1980er: Re 6/6 und der Umstieg vom Gotthard
In den 1970er Jahren änderten sich die Bedingungen, die die
Ae 6/6 vor zwanzig Jahren revolutionär gemacht
hatten.
Die Güterzüge wurden schwerer, die Personenverkehrsdienste
schneller, und das Fehlen einer Mehrfachsteuerung wurde ein
zunehmend wichtiger Nachteil. Der Betrieb von zwei Ae
6/6-Lokomotiven erforderte mehr Personal als Lokomotiven,
die für den Mehrfachbetrieb ausgestattet waren.
Die drei-achsigen Drehgestelle waren ein weiterer Nachteil. Obwohl
sie hervorragende Haftung boten, erzeugte ihr langer starrer
Radstand größere seitliche Kräfte und Gleisverschleiß als die
zwei-achsigen Drehgestelle, die von moderneren Lokomotiven
verwendet wurden.
Ab der Mitte der 1970er Jahre sah sich die Ae 6/6
zunehmend der Konkurrenz durch neuere Lokomotiven gegenüber,
insbesondere der Re 6/6 und Re
4/4II. Diese Lokomotiven boten modernere
Laufwerke und Mehrfachbetrieb, während die Re 6/6
erheblich bessere Leistungen für schwere Gotthard-Züge
bereitstellte. Als die Re 6/6-Lokomotiven in den Dienst
gestellt wurden, verlor die Ae 6/6 schrittweise
ihre dominante Position am Gotthard.
Viele wurden auf das Schweizer Plateau und in andere Teile des
SBB-Netzes versetzt, wo ihre Leistung
weiterhin wertvoll blieb. Sie arbeiteten weiterhin eine Vielzahl
von Zügen, aber der Güterverkehr wurde allmählich immer wichtiger
in ihren Aufgaben. Auch die beiden Prototypen folgten diesem
geografischen Wandel. Im Sommer 1980 wurden 11401
und 11402 von Erstfeld nach Zürich versetzt.
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By the 1970s, the conditions that had made the Ae
6/6 revolutionary twenty years earlier were changing.
Freight trains were becoming heavier, passenger services faster,
and the absence of multiple-unit control became an increasingly
important disadvantage. Operating two Ae 6/6
locomotives together required more personnel than locomotives
equipped for multiple-unit working.
The three-axle bogies were another disadvantage. Although they
provided excellent adhesion, their long rigid wheelbase generated
greater lateral forces and rail wear than the two-axle bogies used
by more modern locomotives.
From the middle of the 1970s, the Ae 6/6
increasingly faced competition from newer locomotives, particularly
the Re
6/6 and Re 4/4II. These locomotives
offered more modern running gear and multiple-unit operation, while
the Re
6/6 provided considerably greater performance for
heavy Gotthard trains. As Re 6/6 locomotives entered service,
the Ae 6/6 progressively lost its dominant
position on the Gotthard.
Many were transferred to the Swiss Plateau and other parts of the
SBB network, where their power
remained valuable. They continued to work a wide variety of trains,
but freight traffic gradually became increasingly important in
their duties. The two prototypes followed this geographical shift
as well. In the summer of 1980, 11401 and
11402 were transferred from Erstfeld to Zürich.
Von Grün zu Rot
Die Ae 6/6 Flotte wurde ursprünglich in der
traditionellen SBB grünen Farbgebung geliefert.
Eine wesentliche visuelle Veränderung begann, nachdem die
SBB 1984 Rot als Standardfarbe für
ihre elektrischen Drehgestelllokomotiven einführte. Ae
6/6 Lokomotiven, die eine Hauptuntersuchung durchliefen,
wurden nach und nach rot lackiert, obwohl der Prozess über viele
Jahre dauerte und einige Lokomotiven viel länger grüne Farbgebungen
behielten als andere. Infolgedessen wurden rote und grüne
Ae 6/6 Lokomotiven in den späteren Jahrzehnten der
Karriere der Klasse SBB zu einem vertrauten Anblick, die
nebeneinander betrieben wurden.
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The Ae 6/6 fleet had originally been delivered in
the traditional SBB green colour scheme.
A major visual change began after the SBB introduced red as the standard
colour for its electric bogie locomotives in 1984. Ae
6/6 locomotives subsequently passing through overhaul were
gradually repainted red, although the process extended over many
years and some locomotives retained green liveries much longer than
others. As a result, red and green Ae 6/6
locomotives became a familiar sight operating alongside one another
during the later decades of the class’s SBB career.
1990 - 1998: Von Universallokomotive zur Güterlokomotive
Bis in die 1990er Jahre hatte die Ae 6/6
weitgehend die universelle Rolle verloren, für die sie ursprünglich
entworfen worden war. Moderne Personenverkehrsdienste verlangten
höhere Geschwindigkeiten und Betriebseigenschaften, die besser von
neueren Lokomotiven bereitgestellt wurden. Die Ae
6/6 wurde daher überwiegend zu einer Güterlokomotive,
obwohl gelegentliche Personenzüge weiterhin verkehrten. Ihre sechs
angetriebenen Achsen und die hohe Zugkraft blieben für den
Güterverkehr nützlich, aber das Fehlen einer Mehrfachsteuerung
sprach zunehmend gegen sie. Es wurden Pläne in Betracht gezogen,
eine Mehrfachsteuerung nachzurüsten, diese wurden jedoch
letztendlich aufgegeben, teilweise wegen des Alters und der
ungewissen verbleibenden Einsatzdauer der Flotte.
Die Prototypen waren aufgrund ihrer Unterschiede zur
Produktionsserie besonders teuer im Unterhalt. Im Jahr 1997 gab es
Pläne, 11401 und 11402 aus dem
Regelbetrieb zurückzuziehen und sie für Depotaufgaben sowie als
stationäre Druckluftlieferanten in Rorschach zu verwenden. Ein
Mangel an Lokomotiven führte jedoch bald dazu, dass sie wieder im
regulären Betrieb eingesetzt wurden.
Trotz ihres Alters blieben die Ae 6/6 nützliche
und zuverlässige Maschinen. Fast ein halbes Jahrhundert nach dem
Erscheinen des ersten Prototyps war die Baureihe daher immer noch
ein aktiver Teil der SBB Lokomotivflotte.
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By the 1990s, the Ae 6/6 had largely lost the
universal role for which it had originally been designed. Modern
passenger services demanded higher speeds and operating
characteristics better provided by newer locomotives. The
Ae 6/6 therefore became predominantly a freight
locomotive, although occasional passenger workings continued. Its
six powered axles and high tractive effort remained useful for
freight traffic, but the locomotive’s lack of multiple-unit control
increasingly counted against it. Plans were considered to retrofit
multiple-unit control but were ultimately abandoned, partly because
of the age and uncertain remaining service life of the fleet.
The prototypes were particularly expensive to maintain because of
their differences from the production series. In 1997, there were
plans to withdraw 11401 and 11402
from regular service and use them for depot duties and as
stationary compressed-air suppliers at Rorschach. A shortage of
locomotives, however, soon returned them to regular operation.
Despite their age, the Ae 6/6 remained useful and
reliable machines. Almost half a century after the first prototype
had appeared, the class was therefore still an active part of the
SBB locomotive fleet.
Übertragung an SBB Cargo
Eine grundlegende organisatorische Veränderung fand 1999 mit der
Umstrukturierung und Divisionalisierung der Schweizerischen Bundesbahnen statt. Zu
diesem Zeitpunkt war die Ae 6/6 bereits
überwiegend mit dem Güter- und nicht mit dem Personenverkehr
assoziiert. Die Umstrukturierung formalisiert diese Rolle: Alle 120
Ae 6/6-Lokomotiven wurden der SBB Güterdivision, SBB
Cargo, zugewiesen und erhalten die Bezeichnung
Ae
610.
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A fundamental organisational change took place in 1999 with the
restructuring and divisionalisation of the Swiss Federal Railways. By then the
Ae 6/6 had already become overwhelmingly
associated with freight rather than passenger traffic. The
restructuring formalised this role: all 120 Ae 6/6
locomotives were allocated to the SBB freight division, SBB
Cargo, and receives designation Ae 610.